Meine Geschichte.

Manchmal führen uns gerade die Umwege genau dorthin, wo wir hingehören.

Eigentlich hat alles viel früher begonnen.

Wenn ich heute zurückblicke, denke ich manchmal: Eigentlich hat mein Weg schon viel früher begonnen.
Meine erste Ausbildung war die zur Krankenschwester. Schon damals hat es mich immer wieder auf die Wochenstation und in den Kreißsaal gezogen.
Am Ende meiner Ausbildung haben sogar einige meiner Mitschüler zu mir gesagt:
„Sissy, du solltest Hebamme werden. Das passt so gut zu dir.“
Und obwohl mich diese Worte tief berührt haben, bin ich diesen Weg damals nicht gegangen.
Ich wollte Sicherheit. Auch finanzielle Sicherheit.
Also habe ich mich weitergebildet und bin Schritt für Schritt in den Bereich Klinikmanagement gegangen. Später arbeitete ich im Medizincontrolling und war für die Abrechnung von Krankenhausleistungen zuständig.


Ich habe gesehen, welche Leistungen von Krankenkassen übernommen werden, welche nicht – und wie viele Entscheidungen im Hintergrund eines Krankenhauses getroffen werden.
Ich habe erlebt, wie das medizinische Arbeiten am Menschen und die wirtschaftlichen Anforderungen eines Krankenhauses manchmal miteinander ringen.
Diese Zeit hat sich für mich oft nicht leicht angefühlt.
Trotzdem bin ich heute dankbar für diesen Weg.
Denn er hat mir einen tiefen Einblick in unser Gesundheitssystem gegeben – ein Wissen, das mir heute in meiner Arbeit mit Schwangeren immer wieder hilft.

Doch das Leben hatte noch etwas anderes mit mir vor.

Irgendwann ging ich für einige Zeit auf Weltreise.
Dort begegnete ich besonderen Menschen, die mich auf einen neuen Weg aufmerksam machten – den Weg der Persönlichkeitsentwicklung.
Zum ersten Mal begann ich, mich bewusst mit mir selbst auseinanderzusetzen.
Ich entdeckte Yoga.
Meditation.
Und die Kraft der inneren Arbeit.
Über viele Jahre wurde all das zu einem festen Bestandteil meines Lebens – zunächst ganz für mich selbst, neben meiner Arbeit im Klinikmanagement.
Und ich begann etwas zu beobachten, das mich bis heute tief berührt:
Je mehr sich in meinem Inneren veränderte, desto mehr veränderte sich auch mein Leben im Außen.


Nicht von heute auf morgen.
Sondern Schritt für Schritt.
Ich wurde ruhiger.
Klarer.
Und ich begann immer mehr dem zu vertrauen, was sich für mich wirklich richtig anfühlte.
Noch während ich im Klinikmanagement arbeitete, entschied ich mich schließlich für eine Yogalehrerausbildung.
Und dort geschah etwas, das mich bis heute berührt.
Eine Teilnehmerin schaute mich irgendwann ganz ruhig an und sagte:
„Sissy, du bist eine Doula.“
Ich wusste damals nicht einmal genau, was eine Doula eigentlich ist.
Ich verstand nicht, warum sie das sagte.
Und ehrlich gesagt war ich zu diesem Zeitpunkt auch noch überhaupt nicht bereit, Frauen auf ihrem Weg durch Schwangerschaft und Geburt zu begleiten.
Deshalb ließ ich ihre Worte einfach weiterziehen.
Heute muss ich oft daran denken.
Denn wieder war da ein Mensch, der etwas in mir gesehen hat, lange bevor ich es selbst sehen konnte.

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Dann wurde ich zum ersten Mal Mama.

Dann wurde ich zum ersten Mal Mama.
Und ich wollte mich auf die Geburt meines ersten Kindes so gut wie es nur ging vorbereiten.
Ich hatte eine wunderbare Hebammenbegleitung in Lübeck (Zwei Perlen), beschäftigte mich intensiv mit Geburt, las Bücher, hörte Hypnosen und bereitete mich mit viel Herz und Hingabe auf diese unglaubliche Reise vor.
Mein größter und innigster Wunsch war schon damals eine Hausgeburt. Leider war das nicht möglich. Auch im Geburtshaus war kein Platz mehr frei.


Also entschied ich mich ganz bewusst für eine Klinik mit hebammengeleitetem Kreißsaal – eine Klinik, für die ich sogar einen längeren Weg auf mich nahm, weil ich mir eine möglichst natürliche und achtsame Geburt wünschte.
Die Geburt selbst verlief sehr schnell.
Und trotzdem wurde sie zu einer Erfahrung, die mich tief geprägt hat.
Während der Geburt wurden mehrere medizinische Maßnahmen durchgeführt, unter anderem ein Kristeller-Handgriff. Vieles geschah, ohne dass ich mich wirklich selbstbestimmt fühlte.
Damals konnte ich das noch gar nicht in Worte fassen.
Ich hatte selbst im Gesundheitswesen gearbeitet, kannte viele Abläufe – und trotzdem konnte ich nicht einordnen, warum mich diese Geburt so sehr beschäftigte.
Ich merkte nur, dass ich immer wieder emotional wurde, sobald ich an sie dachte.
Heute weiß ich, warum.
Für mich war diese Geburt eine traumatische Erfahrung.

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Meine zweite Geburt hat alles verändert.

Als ich mit meinem zweiten Kind schwanger war, wollte ich noch einmal ganz neu auf diese Abenteuerreise schauen.
Ich tauchte noch tiefer in die mentale Geburtsvorbereitung ein, beschäftigte mich intensiv mit Hypnobirthing, las noch mehr, hörte Hypnosen und bereitete mich dieses Mal nicht nur fachlich, sondern vor allem innerlich auf die Geburt vor.
Und dann durfte ich etwas erleben, wofür ich bis heute unendlich dankbar bin.
Begleitet von einer wundervollen Hebamme durfte ich mein zweites Kind zu Hause zur Welt bringen.
Es war eine ruhige, kraftvolle und selbstbestimmte Hausgeburt.
Eine Geburt, die mir gezeigt hat, wie unterschiedlich Geburt erlebt werden kann.
Und vor allem hat sie mir gezeigt, wie viel Vertrauen entstehen kann, wenn eine Frau sich sicher fühlt.

Nach der Geburt meines zweiten Kindes wurde mir während einer Meditation mit einer unglaublichen Klarheit bewusst, wofür mein Weg mich all die Jahre vorbereitet hatte.
Plötzlich wusste ich:
Ich möchte Frauen dabei begleiten, ihre Schwangerschaft und ihre Geburt innerlich anders zu erleben.
Nicht über noch mehr Informationen.
Sondern über Vertrauen.
Über innere Sicherheit.
Über mentale Stärke.
Und über die tiefe Verbindung zwischen Mutter und Kind.

Aus einer Idee wurde meine Arbeit.

Von diesem Moment an begann für mich etwas, das sich fast wie eine dritte Geburt anfühlte.

Ich nahm mir über ein Jahr Zeit.

Ich entwickelte Schritt für Schritt mein eigenes Konzept der mentalen Geburtsvorbereitung.

Ich schrieb.

Ich recherchierte.

Ich verband mein medizinisches Wissen mit Yoga, Meditation, mentaler Arbeit und all den Erfahrungen, die ich selbst auf meinem Weg gesammelt hatte.

So entstand nach und nach eine Begleitung, die Frauen vom Beginn ihrer Schwangerschaft bis in das frühe Wochenbett begleitet.

Mit Raum für Ängste.

Für Glaubenssätze.

Für innere Bilder.

Für Schmerzbewältigung.

Für Vertrauen.

Und für die Beziehung zu ihrem Baby.

Als das Konzept fertig war, begann ich, meine ersten Kurse in einem kleinen Yogastudio anzubieten.

Ich hatte mir selbst versprochen, ohne Erwartungen zu starten.

Ich wollte einfach mein ganzes Herz in diese Arbeit legen und schauen, ob sie gebraucht wird. Und dann kamen die ersten Frauen.

Ich durfte sie begleiten.

Ich durfte ihre Geburten miterleben.

Ich durfte sehen, wie Frauen nach belastenden Erfahrungen wieder Vertrauen fanden, wie sie mit mehr Ruhe in ihre Geburt gingen und anschließend mit leuchtenden Augen von ihren Erlebnissen erzählten.

Diese Erfahrungen haben mein eigenes Vertrauen wachsen lassen.

Seitdem entwickelt sich meine Arbeit mit jeder einzelnen Begleitung weiter.

Und dieser Weg geht weiter.

Aktuell befinde ich mich in der Ausbildung zur Psychologischen Beraterin.
Hier lerne ich, Menschen achtsam in ihrer ganz eigenen Geschichte zu sehen.
Sie dort abzuholen, wo sie gerade stehen.
Schritt für Schritt.

Parallel dazu beginne ich meine Ausbildung zum Hypnose-Coach.
Hier vertiefe ich meine Arbeit mit Tiefenentspannung –
und passe sie noch gezielter an die Schwangerschaft und die Geburt an.
An all die Themen, die damit verbunden sind.

Denn was ich meinen Frauen mitgebe, möchte ich selbst leben:
Neugier. Vertrauen. Wachstum.

Was mich geprägt hat.

Menschen. Orte. Erfahrungen. Und all die kleinen Dinge, die mich bis heute begleiten.

meine Kindheit

In einem sehr kleinen Dorf mitten in der Natur der Niederlausitz – in Herzberg – erblickte ich im Jahr 1986 selbst das Licht der Welt. Meine gesamte Kindheit und Jugend verbrachte ich auf dem Land.
Hier war ich tief mit der Natur verbunden. Meine Eltern und Großeltern hatten eine kleine Landwirtschaft, auf der ich mithelfen durfte: Tiere versorgen, Obst und Gemüse ernten und viele Stunden draußen verbringen.
Mein Opa war wahrscheinlich das, was man heute einen alten Schamanen nennen würde. Er kannte viele sehr alte, traditionelle Heilrituale, segnete das Land, auf dem er lebte und arbeitete, und hat tiefe Spuren der Naturweisheit in mir hinterlassen.
Ich glaube, dass ich bis heute davon profitiere. Denn noch immer treffe ich viele Entscheidungen sehr intuitiv. Zum Beispiel weiß ich oft ganz genau, was ich gerade essen muss. Und später erzählen mir Ärzte dann, dass sich mein Nährstoffmangel offenbar ganz von selbst wieder reguliert hat … 🙂

Meine Reisen

Ich habe über zehn Jahre lang unzählige Länder und Kulturen erkundet – es war immer eine Mischung aus Kultur, Natur und Kulinarik, die mich geprägt hat. Aber manche Bilder werde ich nie vergessen.
In Nordamerika, auf dem Weg über ein eisiges Meer zu einer Insel: Ich konnte es kaum glauben, denn ich hatte damit nicht gerechnet. Direkt vor unserem Schiff kreuzte uns eine ganze Herde Orca-Wale, sogar mit einem kleinen Kalb. Für einen Moment stand die Welt für mich komplett still. Es war majestätisch, atemberaubend, dieser Moment. Unvergesslich – und nur im Herzen, weil ich nicht einmal daran dachte, ein Bild zu machen. 🙂

Reisen als Familie

Da ich meinen Mann vor über zehn Jahren in Süddeutschland kennengelernt habe und wir über ein Jahrzehnt im Schwabenländle und bei München gelebt haben, zieht es uns auch heute mit unseren Kindern immer wieder zurück in diese herrliche Region. Dort besuchen wir Freunde, schlüpfen in alte Erinnerungen und genießen einfach die gemeinsame Zeit im Urlaub.

ich liebe die Berge

Die Berge waren schon immer meine Wahlheimat. Ich liebe das Wandern, den Wintersport, den kulinarischen Genuss und die Ruhe hoch oben in den Bergen. Bis heute vermisse ich all das. Und jedes Mal, wenn ich dort bin, fühlt es sich an wie nach Hause kommen.

Und warum lebe ich dann heute in Norddeutschland?

Nicht wegen der Küste. Nicht wegen der Weite über den Feldern. Und ganz bestimmt nicht wegen des eisigen Ostwinds, der übers Meer weht und mein Gesicht gefühlt bis Mitte Juni einfrieren lässt. 🙂

ein Leben wie in Bullerbü

Unsere Kinder leben hier wie in Bullerbü. Frei und wild wie der Wind. Eingebettet in eine Gemeinschaft, die für mich hier in Norddeutschland das schönste Gefühl von Zugehörigkeit entstehen ließ, das ich in meinem Leben bisher erfahren durfte.